„Loyalitätspflicht gegenüber der Kirchenleitung kann nicht total sein“

11.01.21
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Von Wir sind Kirche

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche solidarisiert sich mit Pfarrer Klaus Koltermann aus Dormagen und ruft auch die Priester sowie die Haupt- und Ehrenamtlichen im Erzbistum Köln zur Solidarität auf, nachdem ihm das Erzbistum Köln schwerwiegende Verstöße gegen seine Dienstpflichten als leitender Pfarrer vorgeworfen und dienstrechtliche Konsequenzen angedroht hat.

Von den Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz erwartet Wir sind Kirche, dass diese auf Kardinal Woelki einwirken, damit er mit seinem Verhalten nicht noch mehr Schaden für die Glaubwürdigkeit der Kirche anrichtet.

Pfarrer Klaus Koltermann hat öffentlich Äußerungen von Kardinal Rainer Maria Woelki aus dessen Heiligabend-Predigt im Kölner Dom kritisiert. Der Kardinal hatte Gläubige und Betroffene sexualisierter Gewalt im larmoyanten Ton um Verzeihung dafür gebeten, dass sie in den vergangenen Wochen Kritik an der Nichtveröffentlichung eines Missbrauchsgutachtens für die Erzdiözese Köln und an seiner Person hätten ertragen müssen (www.erzbistum-koeln.de/news/Aufarbeitung-von-sexualisierter-Gewalt-Kardinal-Woelki-bittet-um-Verzeihung). In diesen Worten, erklärte Koltermann, könne er keine Reue über das persönliche Fehlverhalten des Kardinals erkennen: „Damit wurde nun noch restlich vorhandene Glaubwürdigkeit verspielt.“

Das Erzbistum deutet die Aussagen des Pfarrers als „öffentliches Eintreten gegen die Katholische Kirche, das Erzbistum Köln oder dessen Amtsträger“ und das sei nicht mit den „Loyalitätspflichten im Seelsorgedienst“ vereinbar. Die Kölner Kirchenleitung hat nicht das Gespräch mit Koltermann gesucht, sondern will offensichtlich mit den Mitteln totalitärer Systeme, nämlich mit Gewalt jeden Widerspruch gegen das eigene Versagen niederwalzen.

Es darf nicht sein, dass jetzt Pfarrer Koltermann wegen seiner Kritik an Woelki vorgeworfen wird, gegen die katholische Kirche zu agieren. Kritik am Bischof kann und darf nicht mit Kritik an der katholischen Kirche gleichgesetzt werden. Loyalitätspflicht gegenüber der Kirchenleitung kann nicht total sein. Paulus widerstand dem Petrus „ins Angesicht“, denn der hatte sich ins Unrecht gesetzt, und nennt ihn einen Heuchler (Gal 2,1-21). Aufgabe des Bischofs ist es, bei Differenzen das Gespräch zu suchen, eigenes freimütig Fehlverhalten einzugestehen und nicht sofort die Keule des Dienstrechts zu schwingen.

Auch mehrere Bischöfe haben bereits scharf kritisiert, dass Kardinal Woelki das von ihm selbst in Auftrag gegebene Missbrauchsgutachten immer noch nicht veröffentlicht hat. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx bezeichnete das Verhalten Woelkis als „verheerend“: Der Münsteraner Bischof Felix Genn prüft laut Medienberichten, ob er kirchenrechtliche Ermittlungen gegen Woelki aufnimmt.







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