Interview-Reihe zur Transformation der Landwirtschaft: "Wir brauchen ein komplettes Verbot der Tierhaltung für die Fleischproduktion!

17.06.21
UmweltUmwelt, Bewegungen, TopNews 

 

Von Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V."

Im Vorfeld der Bundestagswahl startet der Bundesverband Menschen für Tierrechte heute seine Interviewreihe zur Transformation der Landwirtschaft. Den Auftakt macht der Agrarexperte Prof. Dr. Franz Mühlbauer. Im Interview erklärt er, warum er einen radikalen Umbau der Landwirtschaft in Richtung eines gemeinwohlorientierten Ökolandbaus für unumgänglich hält. Um die Klimaziele zu erreichen, fordert er zudem ein komplettes Verbot der Tierhaltungszweige, die sich ausschließlich mit der Fleischproduktion befassen und ein Ende der Subventionen für die konventionelle Landwirtschaft.

KlimawissenschaftlerInnen schätzen, dass uns noch etwa zehn Jahre bleiben, um einen ökologischen Kollaps zu verhindern. Dabei geht es nicht nur um den Klimawandel, dramatisch ist die Situation auch bezüglich des Verlusts an Biodiversität und der Überfrachtung der Natur mit Nährstoffen. Die Landwirtschaft trägt einen entscheidenden Teil zu diesen gefährlichen Entwicklungen bei. Wenige Monate vor der Bundestagswahl wird die Debatte über Klima- und Umweltfragen quer durch das politische Spektrum geführt. Doch reicht dies aus, um den aktuellen existentiellen Herausforderungen zu begegnen? Um Antworten auf diese komplexen Fragen zu erhalten, startet der Bundesverband Menschen für Tierrechte heute eine Interviewreihe zur Transformation der Landwirtschaft. Den Auftakt macht der Agrarexperte Prof. Dr. Franz Mühlbauer.

Keine Subventionen für konventionelle Betriebe
Zu Beginn stellt er klar, dass wir uns bezüglich unserer Lebensführung von der derzeit herrschenden Wachstumsphilosophie verabschieden müssen. Im Bereich der Ernährung betrifft dies unseren Konsum tierischer Lebensmittel, insbesondere unseren hohen Fleischkonsum. In Bezug auf die Landwirtschaft hält er einen radikalen Umbau in Richtung Ökolandbau für unumgänglich. Bei der derzeitigen Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) müssten die Subventionen deswegen auch komplett an Ökoleistungen gekoppelt werden. Für diese Umstellung würde er den Landwirten in Deutschland fünf Jahre Zeit geben und sie dabei finanziell unterstützen. Konventionelle Betriebe haben seiner Ansicht nach jedoch kein Anrecht auf weitere Förderung, weil sie als Gesamtheit die Umwelt belasten.

Verbot der Tierhaltung für die Fleischproduktion
Zur Erreichung der Klimaziele fordert er nicht nur eine Reduzierung der Tierbestände. Er geht einen Schritt weiter und spricht sich für ein komplettes Verbot der Tierhaltungszweige aus, die sich ausschließlich mit der Fleischproduktion befassen (Schweine-, Geflügel- und Rindermast). Subventionen dürfe es nur noch für gemeinwohlorientierte Gegenleistungen im Sinne des Klimaschutzes geben, bei dem Renaturierungs- und Pflegemaßnahmen in den Ökolandbau integriert werden.

Reduzierter Steuersatz für pflanzliche Lebensmittel
Von einer höheren Mehrwertsteuer auf Fleisch, wie vom Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung vorgeschlagen, hält der Professor, der zuletzt an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Agrar- und Lebensmittelmärkte lehrte, wenig. Eine Änderung der Besteuerung hätte nur „eine kosmetische Wirkung“. Im besten Fall würde der Verbrauch von Fleisch und Fleischerzeugnissen um einige Prozentpunkte zurückgehen. Auch das geplante staatliche „Tierwohl“label lehnt der langjährige Marktforscher ab, da die Bedeutung von Labels für das Einkaufsverhalten der breiten Masse als eher gering einzuschätzen sei.

Einen reduzierten Steuersatz für pflanzliche Lebensmittel hält er jedoch für sinnvoll, um einen klimafreundlichen Konsum zu fördern.

Das umfassende Interview lesen Sie unter: www.tierrechte.de

Hier können Sie sich die Forderungen des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte für eine Agrar- und Ernährungswende herunterladen: www.tierrechte.de







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz