Corona-Risiko: Tierschutzverbände fordern Verbot der Pelztierhaltung in der EU

18.04.21
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Von Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.

Zwölf Monate nach dem ersten Nachweis des SARS-CoV-2-Virus in einer niederländischen Nerzfarm hat die EU noch immer keine entscheidenden Maßnahmen ergriffen, um dieses gefährliche Coronavirus-Reservoir zu schließen. Dabei warnen unter anderem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor dem erheblichen Risiko einer Übertragung vom Nerz auf den Menschen. Hinzu kommt die Gefahr weiterer Mutationen. Eine Umfrage belegt, dass die Öffentlichkeit ein Ende dieser tierquälerischen Haltungsform unterstützt. EU-Tierschutzverbände sehen sich in ihrem jahrzehntelangen Einsatz bestätigt und fordern, das Inkrafttreten des Tiergesundheitsgesetzes am 21. April zu nutzen, um die tierquälerische Pelztierhaltung in der EU endlich konsequent zu verbieten.

Bedrohung für die öffentliche Gesundheit
Im vergangenen Jahr kam es in mehr als 400 Nerzfarmen in zehn EU-Mitgliedstaaten zu Ausbrüchen von SARS-CoV-2 (dem Virus, das beim Menschen COVID-19 verursacht). Millionen von Tieren waren betroffen und wurden getötet. Eine gemeinsame Bewertung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) warnt vor dem erheblichen Risiko, dass COVID-19 vom Nerz auf den Menschen übertragen werden kann. Aus diesem Grund stellen Pelzfarmen eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar und können zu Reservoirs für das Coronavirus werden.

Pelzfarmen: Nährboden für Infektionskrankheiten und Mutationen
COVID-19 kann nicht nur vom Nerz auf den Menschen übertragen werden. Joh Vinding von der Fur Free Alliance erklärt: „Da die Tiere unter inhärent schlechten Gesundheitsbedingungen auf engem Raum gehalten werden, sind Pelzfarmen der perfekte Nährboden für Infektionskrankheiten. Die Viren können dort leicht mutieren. Tatsächlich wurden Mutationen des SARS-CoV-2, die in Nerzen auf dänischen Nerzfarmen auftraten, bereits auf den Menschen übertragen. Forscher befürchten, dass solche Mutationen die Wirksamkeit von Impfstoffen verringern und den Erfolg in unserem Kampf gegen COVID-19 erheblich verzögern könnten.“

Bisherige Maßnahmen reichen nicht aus
Bisher hat die Europäische Kommission jedoch nur die Überwachung und Meldung von COVID-19-Fällen in Pelzfarmen verlangt. Sie empfiehlt, strengere Biosicherheitsmaßnahmen durchzuführen, einschließlich regelmäßiger COVID-19-Tests für Mitarbeiter von Pelzfarmen sowie Stichproben toter Tiere. EU-Tierschutzverbände sind sich einig, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen, um die öffentliche Gesundheit zu schützen. Die einzige Möglichkeit, die Ausbreitung des Coronavirus vom Nerz auf den Menschen zu verhindern, besteht ihrer Meinung nach darin, die Nerzzucht in allen Mitgliedstaaten zu beenden.

Umfrage: EU-Bürger wollen Ende der Pelztierzucht
Auch die Öffentlichkeit unterstützt ein Verbot der Pelztierhaltung. In den letzten Monaten haben fast 500.000 Menschen eine Petition unterschrieben, in der ein Ende des grausamen und tödlichen Pelzhandels gefordert wird. Eine kürzlich unter anderem von der Eurogroup for Animals in Auftrag gegebene Meinungsumfrage – durchgeführt in Frankreich, Italien, Bulgarien, Ungarn, Estland und der Slowakei – hat gezeigt, dass sich EU-BürgerInnen zum Schutze ihrer Gesundheit für Sofortmaßnahmen der EU zur Beendigung der Pelztierzucht und Pelzproduktion aussprechen. In Italien, einem Land, in dem die Nerzzucht vorerst für 2021 eingestellt wurde, aber noch Pelzfarmen betrieben werden, befürworten 77 Prozent der erwachsenen Bevölkerung die Einführung von Sofortmaßnahmen zur Beendigung der Pelztierzucht.

Die Tierschutzverbände fordern die EU-Kommission auf, das Inkrafttreten des Tiergesundheitsgesetzes am 21. April zu nutzen, um konsequente Maßnahmen gegen die tierquälerische und gesundheitsgefährdende Pelztierzucht zu ergreifen.
 

Am 14. April veranstalten die Fur Free Alliance, die Eurogroup for Animals und ihre Mitglieder zusammen mit FOUR PAWS und der Humane Society International einen gemeinsamen Online-Aktionstag, um auf das Problem aufmerksam zu machen, die Öffentlichkeit zu informieren und sich an die politischen Entscheidungsträger zu wenden.







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